Orsanmichele

Mitten im Zentrum von Florenz, in der Via dei Calzaiuoli, der Fußgängerzone, die die Piazza della Signoria mit der Piazza del Duomo verbindet. befindet sich die Kirche Orsanmichele.

Geschichte des Bauwerks
Ursprünglich befand sich an dieser Stelle eine Kirche mit dem Namen San Michele in Orto – St. Michael im Garten. Nach ihrer Zerstörung errichtete hier in den Jahren 1284-1291 Arnolfo di Cambio einen Speicher, der schon 1302 durch einen Brand vernichtet wurde. Im Jahr 1337 ließen die Florentiner Zünfte einen Neubau errichten, und so entstand das Gebäude in seiner heutigen gotischen Gestalt, in quadratischem Grundriß, einem Turm ähnlich, mit Laubengängen, die einen Getreidemarkt überdachten. Ein wundertätiges Bild, das dort erhalten geblieben war, zog jedoch weiterhin immer mehr Pilger an, weswegen im Jahr 1361 der Getreidemarkt aufgehoben und das Gebäude sodann in eine Kirche umgewandelt wurde, die man (in Verkehrung des ursprünglichen Namens) Orsanmichele nannte. Die oberen Stockwerke dienten weiterhin bis ins 16. Jahrhundert als Getreidespeicher. Heute befinden sich dort Ausstellungsräume. Von der obersten Etage bietet sich ein beeindruckender Blick über die Stadt Florenz.

Die Statuen der Fassade
An den Wänden der Kirche befinden sich 14 Nischen, in denen Statuen der Patrone der damaligen florentinischen Zünfte aufgestellt sind, welche von renommierten Künstlern der Florentiner Renaissance (Donatello, Ghiberti u.a.) geschaffen wurden. Im einzelnen sind dies der Hl. Petrus, der Hl. Philippus, die vier gekrönten Heiligen, der Hl. Georg, der Hl. Matthäus, der Hl. Stephanus, der Hl. Eligius, der Hl. Markus, der Hl. Jakobus, die Madonna della Rosa, Johannes der Evangelist, der Hl. Lukas, Christus und der ungläubige Thomas, sowie Johannes der Täufer. Allerdings sind einige der Statuen in andere Florentiner Museen verbracht worden, um besser konserviert werden zu können. So befindet sich z.B. der besonders wertvolle Hl. Georg Donatellos im Museo del Bargello.

Innenraum der Kirche
Der Kirchenraum ist zweischiffig. An den Säulen und in den Gewölben finden sich Fresken aus dem frühen 15. Jahrhundert. Die Verglasungen der Fenster zeigen Szenen aus dem Leben der Jungfrau Maria. Ein wahres Juwel der Gotik ist das im rechten Schiff aufgestellte Marmortabernakel des Meisters Andrea Orcagna aus dem Jahr 1359, das ein 1347 entstandenes Gemälde Bernardo Daddis einfasst: die Madonna mit dem Kinde. Im linken Schiff befindet sich der Altar der Hl. Anna, sowie eine marmorne Figurengruppe des Francesco da Sangallo aus dem Jahre 1526.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr
Montag geschlossen

Adresse
Via dell’Arte della Lana
50123 Florenz