Museo Nazionale del Bargello

Museo Nazionale del Bargello
Museen in Florenz

Museo Nazionale del Bargello

In zentraler Lage, mitten in der Florentiner Innenstadt, befindet sich das „Museo Nazionale del Bargello“. Das eher schlicht gestaltete Renaissancegebäude (vollendet im Jahre 1255) in der Via del Proconsolo 4, das von einem markanten, 54m hohen Turm dominiert wird, ist eines der ältesten Bauwerke der Stadt Florenz. Ursprünglich war der „Bargello“ ein Stadtpalast, der wichtige Behörden der Stadtverwaltung wie Polizei und Gerichtsbarkeit beherbergte. Auch ein Gefängnis nebst Folterkammer und Hinrichtungsstätte befanden sich in dem Gebäude. Als Museum diente es – nach dieser eher düsteren Periode – erst seit 1859, wobei hier vor allem jene Plastiken aus der Epoche der Renaissance ausgestellt wurden, für die sich in den Uffizien kein Platz mehr fand. Nicht nur in den prachtvoll dekorierten Sälen, sondern auch im Innenhof, dessen schöne Loggia sehenswert ist, befinden sich bedeutende Statuen der Meister Michelangelo, Cellini, Donatello, sowie Giambologna, Danti und Bandinelli. Ein Mekka ist das „Museo del Bargello“ außerdem für Liebhaber umfangreicher Münzsammlungen, auch der Hinweis auf die beeindruckende Kollektion von Waffen und Rüstungen sollte hier nicht fehlen.

Im Erdgeschoss des Museums begegnet der Besucher zunächst vier der wichtigsten Meisterwerke Michelangelos. Es sind dies die grandiose Marmorstatue des Bacchus, erschaffen 1496/97, in offensichtlich „angeheitertem“ Zustand und in Begleitung eines Fauns, sodann die Büste des Brutus (ca. 1540), den Michelangelo hier als willensstarken Gegner der Tyrannei zu zeichnen scheint. Weiterhin sehen wir in diesem Saal den „Tondo Pitti“ des Meisters, eine reliefartige Darstellung der Madonna mit dem Kinde (ca. 1505), und nicht zuletzt seinen „David-Apollo“ aus dem Jahre 1530 – den „kleinen Bruder“ der weltberühmten Statue aus der Accademia. Zahlreiche weitere Werke der Florentiner Künstler Sansovino, Bandinelli, Ammanati, Cellini und Giambologna sind in diesem Saal ebenfalls zu bewundern.

Zu den besonders erwähnenswerten Kunstwerken, die sich im Salon der 1. Etage befinden, zählen Donatellos Darstellungen des David in Marmor bzw. Bronze – ein Vergleich mit der berühmten Statue Michelangelos in der „Accademia“ bietet sich auch hier an. Sehenswert ist weiterhin die Darstellung des Hl. Georg, ebenfalls ein Werk Donatellos. Auch einige Werke seiner Schüler, wie Desiderio da Settignano und Antonio Rossellino, finden sich hier. Hochinteressant für den Betrachter ist ein Vergleich der beiden Bronzetafeln, mit denen sich Lorenzo Ghiberti und Filippo Brunelleschi um die Ausgestaltung des Tors zum Florentiner Baptisterium bewarben. Und schließlich erfreuen den Besucher im Salon der 1. Etage die wunderschönen glasierten Terrakotten des Meisters Luca della Robbia, die vorwiegend der Darstellung der „Madonna col Bambino“, der Mutter mit dem Kinde, gewidmet sind.

Die bereits erwähnten Münzen- und Waffensammlungen befinden sich in weiteren Sälen des 1. und 2. Obergeschosses. Liebhaber kunsthandwerklicher Gegenstände kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten, denn hier reicht die Herkunft der Exponate zeitlich und geographisch bis in die römische und byzantinische Epoche, von Limoges bis nach Byzanz zurück. Ein breites Spektrum von venezianischer Glaskunst bis hin zu wertvollen Holzskulpturen erwartet den Besucher. In der 2. Etage finden sich nochmals glasierte Terrakotten, diesmal der Meister Andrea und Giovanni della Robbia, eine bronzene Skulptur, wiederum David darstellend, des Meisters Andrea del Verocchio, sowie zahlreiche Büsten bekannter florentinischer Persönlichkeiten.

Öffnungszeiten

Montag

08:15 – 17:00 Uhr

Dienstag

08:15 – 17:00 Uhr

Mittwoch

08:15 – 17:00 Uhr

Donnerstag

08:15 – 17:00 Uhr

Freitag

08:15 – 17:00 Uhr

Samstag

geschlossen

Sonntag

geschlossen

Kontakt

Adresse

Das Museum hat keine eigene Website, ist aber unter folgender URL zu finden: http://www.firenzemusei.it/

Alle Angaben ohne Gewähr!

© Foto: Museo Nazionale del Bargello von Nicola QuiricoEigenes Werk, [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons